Unsere Rechte

Wir verteidigen Ihre Wahl für zusätzliches Sonnenlicht und Ihr Recht auf Schlaf.

Die Wahl

Wer möchte nicht nach der Arbeit eine zusätzliche Stunde Sonnenlicht genießen, vielleicht ein paar Freunde treffen, grillen, Sport treiben ...? Dies ist die Assoziation, die mit der Sommer-Uhrzeit gemacht wird.

Aber hinter der Sommer-Uhrzeit steckt etwas Hinterhältiges: Die Sommer-Uhrzeit zwingt die Menschen, eine Stunde früher aufzustehen. Es muss also eine andere Frage gestellt werden: Wer möchte eine Stunde früher aufstehen müssen? Für die meisten Menschen ist das keine angenehme Sache. Die Mehrheit benötigt bereits einen Wecker, was bedeutet, sie haben nicht zu Ende geschlafen.

Das ist die Wahl, die getroffen werden muss: Das Leid, früh eine Stunde eher aufstehen zu müssen und das Vergnügen des zusätzlichen Sonnenlichts am Abend oder das Vergnügen, morgens länger zu schlafen und diese zusätzliche Stunde Sonnenlicht verpassen.

Auswahl ermöglichen

Die Menschen sollten das Recht haben, ihre Bereicherungen und Leiden rund um das Thema Schlafen zu wählen. Wir glauben, dass dies eine grundlegende Freiheit ist. Das Wahlrecht wurde jedoch durch ein gefährliches Missverständnis entführt. Die Leute denken, dies ist eine Wahl zwischen permanenter Sommer-Uhrzeit ("Ich kann am Nachmittag mehr Licht haben") oder Standardzeit ("Ich kann am Morgen mehr Ruhe haben"). Aber die Wahrheit ist, dass nur die Standardzeit Ihnen die Möglichkeit gibt, zu wählen.

Packen wir aus, was das bedeutet. Mit der Standardzeit können Sie entweder 1 Stunde länger schlafen oder früher aufstehen und nachmittags eine zusätzliche Stunde Sonnenlicht genießen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einen früheren Tagesablauf zu organisieren:

  • Die meisten Jobs beginnen bereits früh.

  • Die meisten Chefs sind für frühere Arbeitszeiten empfänglich.

  • Viele Jobs bieten Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

  • Die meisten Schulen und Kindergärten beginnen bzw. öffnen zeitig.

Mit der Sommer-Uhrzeit wird uns jedoch die Möglichkeit, am Morgen eine Stunde länger zu schlafen, genommen. Uns wird ein früherer Zeitplan aufgezwungen, egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, und egal ob wir es wollen oder nicht - die Entscheidung wurde für uns getroffen. Denn leider sind die Möglichkeiten sich einen späteren Tagesablauf zu organisieren so gut wie gar nicht möglich, insbesondere für Menschen mit Kindern.

Von Entscheidungen zu Rechten

Aber gut schlafen ist mehr als eine Vorliebe. Unzureichender oder schlechter Schlaf schadet der Gesundheit erheblich. Und die Verlagerung der Zeitzone eines Landes weiter nach Osten (wie es jeden Sommer mit der Sommer-Uhrzeit geschieht) gefährdet die Gesundheit der Bürger.

 

Jedes Land, das die Internationale Menschenrechtsgesetzgebung ratifiziert hat, erkennt das Recht eines jeden Menschen auf den höchstmöglichen Standard an körperlicher und geistiger Gesundheit an [Unit03]. Mit anderen Worten, Menschen können nicht ihres Rechts auf Gesundheit beraubt werden. Das bedeutet, Einzelpersonen können für sich selbst wählen, weniger zu schlafen, aber sie dürfen nicht dazu von anderen gezwungen werden.

 

Um besser zu veranschaulichen, was das bedeutet, stellen Sie sich vor, dass ein Land ein Gesetz verabschiedet, das besagt, dass jeder jeden Tag obligatorisch rauchen muss. Oder dass nur zuckerreiche Getränke getrunken werden dürfen. Fast niemand würde dies in irgendeiner Form für akzeptabel halten (mit der möglichen Ausnahme von CEOs von Tabak- und Soda-Unternehmen). Die Menschen finden es dennoch vernünftig, dass andere für sich diese persönliche Entscheidung treffen können, solange sie anderen keinen Schaden zufügen.

Die Sommer-Uhrzeit ist gegen die Menschenrechte und gegen das Verfassungsrecht

Die Idee der Menschenrechte ist, dass jeder von uns, egal wer wir sind oder wo wir geboren werden, die gleichen Grundrechte und -freiheiten hat. Menschenrechte sind keine Privilegien und können weder bewilligt noch widerrufen werden. Sie sind unveräußerlich und universell.

Die Internationalen Menschenrechte, nieder-geschrieben im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, erkennt im Artikel 12 an, dass Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden und das Ihrer Kindern als Teil Ihrer individuellen Rechte geschützt werden sollten. Die Unterzeichner verpflichten sich die Bedingungen zur Erfüllung dieses Rechts stetig zu verbessern.

Internationaler Pakt über

wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

Artikel 12

       

(1)  Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf das für ihn

      erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit an.

(2)  Die von den Vertragsstaaten zu unternehmenden Schritte zur vollen

      Verwirklichung dieses Rechts umfassen die erforderlichen Maßnahmen

      a)   zur Senkung der Zahl der Totgeburten und der Kindersterblichkeit

            sowie zur gesunden Entwicklung des Kindes;

      b)   zur Verbesserung aller Aspekte der Umwelt- und der

            Arbeitshygiene;

      c)   zur Vorbeugung, Behandlung und Bekämpfung epidemischer,

            endemischer, Berufs- und sonstiger Krankheiten;

     d)   zur Schaffung der Voraussetzungen, die für jedermann im

            Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher

            Betreuung sicherstellen.

Wie alle Länder der Europäischen Union hat Deutschland den Pakt unterzeichnet. Die Menschenrechte in Deutschland genießen sowohl theoretisch als auch in der Praxis ein hohes Schutzniveau und sind im Grundgesetz verankert [Basi00]. In diesem zeigt der allererste Artikel den das Engagement Deutschlands für die Menschenrechte an [KaRR19].

Darin wird klargestellt, dass die Menschenwürde unantastbar und unveräußerlich ist und dass das deutsche Volk die Menschenrechte anerkennt und sich zu ihrer Durchsetzung verpflichtet (Artikel 1) [Basi00]. Weitere Artikel ergänzen diese Verpflichtung, in der angegeben wird, dass jede Person das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat (Artikel 2), dass Kinder und ihre Eltern Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaften haben (Artikel 6) [Basi00].

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

I. Die Grundrechte 

Artikel 1

   

(1)  Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen

      ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2)  Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und

      unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen

      Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3)  Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende

      Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Als solches widerruft Deutschland, wenn es sich für eine dauerhafte Sommer-Uhrzeit entscheidet oder die Zeitumstellung beibehält, diese Rechte seiner Bürger, was im Widerspruch zu seinen Idealen, Überzeugungen und dem nationalen und internationalen Recht steht.

Was Sommer-Uhrzeit schon macht

Die Sommer-Uhrzeit versetzt Deutschland in eine Zeitzone, die ihren Bürgern nicht nur nicht die höchstmögliche Gesundheit bietet, sondern sie auch aktiv schädigt und das Sozialsystem belastet, indem sie ihre Bürger dazu zwingt, noch weiter von ihrem natürlichen Rhythmus entfernt aufzuwachen.

 

Dies betrifft insbesondere Familien mit Kindern, die durch soziale Einrichtungen wie Schulen und Kitas in frühe Zeitpläne gezwungen werden. Das führt zu Produktivitätsverlusten und schlechteren schulischen und akademischen Leistungen. Das kostet nicht nur Milliarden wirtschaftlich, sondern verhindert auch Chancengleichheit, da nur ein kleiner Teil unserer Gesellschaft in der Lage ist, innerhalb solch früher Zeitpläne ohne körperlichen Schaden zu operieren (siehe Chronotypen und Sozialer Jetlag). Kein Bürger kann sein Erbgut wählen, mit dem er geboren wurden und die lichtbedingte Verstellung der inneren Uhr ist durch heutige berufliche und schulische Tätigkeiten nur äußerst begrenzt möglich.

 

Die Sommerzeit ist eine Bedingung, die Gesellschaften dazu ermutigt, ihre Bürger zu demütigen, und sie als „faul“ oder „unverantwortlich“ bezeichnet, wenn sie nach menschlich vernünftigeren Zeitplänen arbeiten wollen. Wenn jemand früh aufsteht, wird dieser als fleißig eingestuft. Aber jemand, der bis zu späteren Stunden arbeitet, wird eher beschimpft als gelobt, obwohl beide Personen die gleiche Anzahl von Stunden arbeiten. Es bezeichnet sie als unzureichende Menschen.

 

Noch dramatischer ist die vermeintliche „Entscheidung“ einiger Paare, insbesondere derjenigen, die am stärksten durch die Sommerzeit und die frühen Uhrzeiten belastet sind, keine Kinder zu haben, weil sie nicht in der Lage sehen, mit den dann vorgegebenen sozialen Zeiten noch „lebenswert zu leben“. Insbesondere in Deutschland zieht Kinder haben das Manko nach sich in sehr frühen sozialen Zeiten (Kita, Schule) operieren zu müssen. Durch die Wahl der Sommerzeit wird manchen Menschen das natürliche Recht entzogen, eine Familie zu gründen oder Elternschaft zu genießen. Dadurch wird ihm die Chance auf ein erfülltes Leben, seine Würde, seine Gesundheit und sein Glück genommen.

So schützen Sie Rechte und Wahlmöglichkeiten

Alles, was wir als Gesellschaft tun müssen, ist die Standardzeit zu wählen. Diese einfache Maßnahme allein hilft, den sozialen Jetlag zu verkleinern, und stellt sicher, dass mehr Menschen an unserer Gesellschaft teilnehmen und zu dieser beitragen können.

 

Wenn Sie nach der Arbeit noch eine Stunde Sonnenlicht wünschen, sind Ihre Vorlieben ebenfalls geschützt und gewährleistet. Sie haben bereits die sozialen Werkzeuge, um Ihr Leben entsprechend zu organisieren. Die Sommer-Uhrzeit entspricht dem Aufwachen eine Stunde früher und das können Sie selbst tun, ohne anderen Schaden zuzufügen.

 

Indem Sie die Standardzeit wählen, schützen Sie alle und stellen sicher, dass die Gesellschaft für jeden funktioniert.

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