Das Zeitzonenproblem

Sommer-Uhrzeit bedeutet ein Leben in der falschen Zeitzone; für manche Länder in der doppelt-falschen Zeitzone.

Abbildung 1 zeigt die aktuell in Europa vorherrschenden Zeitzonen. Im Hintergrund (in blasser Farbe) sind die korrekten sonnenbasierten Zeitzonen dargestellt, welche entstehen, wenn man die Erde in 24 gleichgroße Segmente unterteilt. Sie verbinden den jeweiligen Sonnenstand, also die Sonnenzeit, bestmöglich mit der sozialen Zeit, der Uhrzeit.

Am Hauptmeridian jeder korrekten sonnen-basierten Zeitzone (mittlere Linie innerhalb der farbigen Bereiche) steht die Sonne um 12 Uhr Mittag an ihrem höchsten Punkt. An der Ost- und Westgrenze weicht die soziale Zeit jeweils nur eine halbe Stunde von der Sonnenzeit ab. Das Festland der europäischen Union erstreckt sich über vier sonnenbasierte Zeitzonen: Die Azorenzeitzone, die Westeuropäische Zeitzone, die mittel-europäische Zeitzone und die osteuropäische Zeitzone. Die Länderfarben kennzeichnen die Zeitzonen, in denen die einzelnen Länder aufgrund von politischer Entscheidung leben. Diese werden im jeweiligen Land als Standardzeit bezeichnet. Wie zu erkennen ist, liegt Deutschland größtenteils (mit Ausnahme des westlichen Randes) in der geographisch korrekten Zeitzone. Die Abweichung der sozialen Zeit von der Sonnenzeit ist demnach gering. Wenn es in Deutschland 12 Uhr Mittag schlägt, ist es am Ostrand von Deutschland nach Sonnenzeit 11:55 Uhr und am Westrand 11.30 Uhr.

Abbildung 1: Derzeitige Europäische Standardzeitzonen. Quelle: [RoWK19], bearbeitet

Die Länder Spanien, Frankreich und die Beneluxländer leben jedoch nicht in der geographisch richtigen Zeitzone. Sie haben daher eine enorme Abweichung ihrer sozialen Zeit von der Sonnenzeit, am extremsten in Galizien (Nord-West-Spanien): Um 12 Uhr Mittag nach sozialer Zeit ist es bei ihnen nach Sonnenzeit erst 10:30 Uhr. Nicht umsonst sind die Spanier dafür bekannt, spät zu essen. Nach Sonnenzeit essen sie nicht später als die Deutschen.

Auch Portugal liegt zu größten Teilen nicht mehr in der richtigen Zeitzone. Schlägt die Uhr 12 Uhr Mittag, ist es an der Westküste (höchste Bevölkerungsdichte) nach Sonnenzeit erst 11:25 Uhr.

Sommer-Uhrzeit bedeutet nun nichts weiter, als eine Zeitzone weiter im Osten anzunehmen (siehe Abbildung 2). Deutschland lebt in der Sommer-Uhrzeit nach osteuropäischer Zeit. Klingelt die Mittagsglocke 12 Uhr, ist es im Osten von Deutschland nach Sonnenzeit erst 10:55 Uhr und im Westen sogar erst 10:30 Uhr. Noch dramatischer ist die Diskrepanz zwischen sozialer Zeit und Sonnenzeit in den westeuropäischen Ländern. In Galizien ist es in der Sommer-Uhrzeit nach Sonnenuhr erst 9:30 Uhr, wenn die Uhrzeit 12 Uhr Mittag zeigt. Im Westen von Portugal bedeutet Sommer-Uhrzeit 10:25 Uhr Mittag zu essen, obwohl die Uhr 12 Uhr zeigt.

Die Entkopplung der Sonnenzeit von der sozialen Zeit hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit.

Abbildung 2: Europäische Zeitzonen in der Sommer-Uhrzeit. Quelle: [RoWK19], bearbeitet.

Es gibt jedoch eine einfache Lösung: Die geographische Lage der Mitgliedsstaaten der europäischen Union bietet optimale Voraussetzungen für die Nutzung der korrekten Zeitzonen [RoWK19] (siehe Abbildung 3). Es wäre noch nicht einmal nötig Zeitzonengrenzen durch Länder laufen zu lassen. Auch Bedenken, aus Europa damit einen Flickenteppich zu machen, sind unbegründet. Die USA arbeiten bereits seit über einem Jahrhundert mit vier Zeitzonen, deren Grenzen teilweise sogar durch Staaten verlaufen. Warum soll das Europa nicht können?

 

Diese Aufteilung verbindet die soziale Zeit bestmöglich mit dem Sonnenstand und damit mit unserer inneren Uhr – eine Lösung im Sinne der Gesundheit aller [RoWK19].

Abbildung 3: Gesunde Europäische Zeitzonen. Quelle: [RoWK19], bearbeitet.

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