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  • Manuela Lipinsky Nunes

Expertenplan verspricht einfaches Ende der Uhrenumstellung durch natürliche Zeitzonen

Das Parlament der Europäischen Union hat bereits 2019 der Abschaffung der Uhrenumstellung zugestimmt, aber eine Entscheidung der Europäischen Mitgliedsstaaten über die Zeitzonen in Europa blieb bisher aus. Jetzt legt eine Gruppe renommierter Experten einen Plan vor, der eine einfache und vorteilhafte Lösung für alle Mitgliedsstaaten präsentiert.

 

Im Jahre 2018 reichte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Abschaffung der Uhrenumstellungen ein. Das Europäische Parlament nahm den Vorschlag 2019 an und unterstützte somit die Beendigung der Uhrenumstellungen bis 2021. Seitdem obliegt es den Mitgliedsstaaten, sich zu entscheiden, in welcher Zeitzone sie dauerhaft bleiben möchten. Nun müsste der EU-Rat, in dem alle Mitgliedsstaaten vertreten sind, eine endgültige Position zu diesem Thema verabschieden, in welcher die Mitgliedsstaaten ihre Zeitzone festlegen.


Die aktuelle Energiekrise, zusammen mit Gesundheits- und Wirtschaftskrisen aufgrund von COVID-19 und dem Krieg in der Ukraine, machen eine Entscheidung über die Uhrenumstellung noch dringlicher, da die Abschaffung dieser und das dauerhafte Leben in der richtigen Zeitzone Vorteile für die Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt bringen. Laut dem vorgelegten Vorschlag können keine signifikanten Energieeinsparung durch Uhrenumstellung auf Sommerzeit nachgewiesen werden; Einige Studien zeigen sogar, dass sich durch die Sommerzeit Energieausgaben erhöhen.


In der Barcelona Deklaration zur Zeitpolitik, welche 2021 unterzeichnet wurde, lautet eines der verankerten Ziele:


„Wir werden die Debatte in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und bei den zuständigen politischen Entscheidungsträgern über die Abschaffung der saisonalen Zeitumstellung vorantreiben und dabei Gesundheit und Wohlbefinden als Hauptkriterien etablieren, unter Wahrung der individuellen Freiheit.“


Aufbauend auf dieser wurde eine Arbeitsgruppe von Experten und Fürsprechern gebildet. Die Gruppe umfasst renommierte Chronobiologen, unter anderem Prof. Till Roenneberg, Prof. Martha Merrow und Dr. Erik Herzog, sowie wichtige Organisationen, die sich für gesunde Zeitzonen einsetzen, wie die Internationale Allianz für Natürliche Zeit, die European Biological Rhythms Society und die European Medical Association.


Die Experten arbeiteten im vergangenen Jahr zusammen, um die europäischen Mitgliedsstaaten dabei zu unterstützen, endlich die Entscheidung zur Abschaffung der Uhrenumstellung in die Tat umzusetzen und eine faktenfundierte Wahl der Zeitzonen für die Länder Europas zu treffen. Nun legen sie einen Vorschlag zur Einführung dauerhafter Zeitzonen in der Europäischen Union vor. Der Vorschlag sieht vor, die Zeitzonen der verschiedenen Länder so nah wie möglich an ihrer Sonnenzeit auszurichten und damit Zeitzonen so zu wählen, dass sie der geographischen Lage der Länder entsprechen (ähnlich der Zeitzonen in den USA). Dies sei die beste Lösung für sowohl Gesundheit, wie auch für Wirtschaft, Sicherheit und Umwelt. Die Karte der vorgeschlagenen Zeitzonen sieht wie folgt aus:



Um diese Situation anzunehmen, schlagen die Experten einen zweistufigen Plan vor:

  • Schritt 1: Alle EU-Staaten schaffen die Uhrenumstellung im Frühjahr ab und bleiben bei der Zeit, die sie im Winter haben (Standardzeit). In den Ländern, in denen die empfohlene Zeitzone ihre aktuelle Standardzeit ist, müssen keine weiteren Schritte unternommen werden. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland.

  • Schritt 2: Jene Länder, deren empfohlene Zeitzone noch nicht ihre aktuelle Standardzeit ist, drehen zusätzlich im Herbst ein letztes Mal ihre Uhren um eine Stunde zurück, um ihre empfohlene Zeitzone als neue Standardzeit zu übernehmen. Diese Länder sind Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien.

Dies sollte nach Ansicht der Experten mit Aufklärungskampagnen über die Vorteile natürlicher Zeitzonen einhergehen. Zudem rät man eine Unterstützung einzelner Branchen an, die Bedenken gegenüber der veränderten Zeitzonenverhältnisse äußern, damit auch diese sich schnell auf die neue Situation einstellen können.


Das Hauptargument für den Vorschlag für natürliche Zeitzonen ist, dass falsch gestellte Uhren, die nicht die reale Tageszeit angeben (wie dies bei falschen Zeitzonen und der Sommerzeit der Fall ist), Schlafmangel und sozialen Jetlag bei der Mehrheit der Bevölkerung erhöhen. Diese sind die Hauptursache für die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, Wirtschaft und Sicherheit, wie zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in hochrangigen Wissenschaftsjournalen zeigen.


Wie Ariadna Güell, Co-Koordinator der Barcelona Time Use Initiative und einer der Förderer der Arbeitsgruppe, erklärt: „Dieser Vorschlag ist einfach umzusetzen, wird die Gesundheit vieler verbessern und zudem Energie sparen. Wir hoffen, dass dieser Vorschlag dazu beiträgt, die Debatte in der EU wieder aufleben zu lassen und konstruktive Gespräche darüber geführt werden, wie die Abschaffung der Uhrenumstellung praktisch umgesetzt werden kann.“


Bisher wurde der Vorschlag von mehreren Organisationen und Wissenschaftlern öffentlich befürwortet. Die Arbeitsgruppe sucht nach weiteren Befürwortern des Vorschlags. Diese können sich auf der Webseite eintragen und damit auf einfachem Wege einen Beitrag für ein gesünderes und stärkeres Europa leisten.


 

Permalink: https://www.gobettertimes.org/post/expertenplan-uhrenumstellung

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