Erhöhtes Krebsrisiko

Drei voneinander unabhängige Studien [Bori11a, GXDZ17, VWVH18] in verschiedenen Ländern (USA, Russland, China) haben herausgefunden:

Innerhalb einer Zeitzone steigt das Risiko an verschiedenen Krebsarten zu erkranken von Ost nach West signifikant an. Zudem sinkt die Lebenserwartung mit zunehmender Westlage [Bori11a].

Dabei wurden jeweils die verwendeten Daten hinsichtlich bekannter Krebsrisikofaktoren (Rauchen, Alter, Sozioökonomischer Status, Übergewicht, Breitengrad, Urbanität, Ethnizität etc. … ), normiert.

Hier einige Zahlenwerte [GXDZ17]:

Pro 5° geographischer Länge weiter westlich - das entspricht einer Sonnenstandsverzögerung um 20 min – steigt das Risiko für

Was ist der Grund dafür? Je weiter im Westen einer Zeitzone man wohnt, desto größer ist der soziale Jetlag [Bori11a, GXDZ17, VWVH18].

Wie ist das zu verstehen?

Nehmen wir mal an, Lisa, Ute, Oli und Tina leben in Städten mit jeweils 100 000 Einwohnern, die alle in der gleichen Zeitzone liegen, zum Beispiel in den USA in der zentralamerikanischen Zeitzone (gelber Bereich in der Abbildung). Jedoch liegen diese Städte in verschiedenen Ost-West-Lagen. Da sie in der gleichen Zeitzone wohnen, klingelt bei allen der Wecker um die gleiche Zeit, zum Beispiel um 7 Uhr.

Bei Oli geht jedoch aufgrund der Erdrotation die Sonne 20 min später auf, als bei Tina, die ganz an der Ostgrenze der Zeitzone lebt. Bei Ute ist der Sonnenaufgang weitere 20 Minuten später als bei Oli und bei Lisa weitere 20 Minuten später als bei Ute. Die Tabelle zeigt die Auswirkung dieser Sonnenstandsverzögerung auf die Anzahl der Personen, die in einer 100000-Einwohnerstadt an Leukämie erkranken. Während es in Tinas Stadt 120 Leukämiepatienten gibt, sind es in Olis Stadt 135 (=120 * 1,125), bei Ute 152 (=135 * 1,125) und bei Lisa sogar 170 (=152 * 1,125).

Bei Max geht die Sonne noch später auf als bei Lisa, allerdings kann Max eine Stunde länger schlafen, denn er wohnt schon eine Zeitzone weiter (roter Bereich). Wenn bei Lisa der Wecker um 7 Uhr klingelt, ist es auf Max‘ Uhr erst kurz vor 6 Uhr. Wenn Max‘ Wecker nach seiner Uhr um 7 Uhr klingelt, ist die Sonne schon am Aufgehen. In Max Stadt gibt es so wenige Leukämiefälle wie bei Tina.

Es ist also vorteilhaft im Osten einer Zeitzone zu wohnen.

Abbildung 1: Sonnenverzögerung innerhalb einer Zeitzone. Quelle: [GXDZ17] modifiziert.

Leukämieerkrankungen pro 100000 Einwohner, basierend auf einem durchschnittlichen Leukämierisiko von 1,5% [Leuk00].

Was bedeutet das für Ihr Land und die Sommer-Uhrzeit?

> Für Deutschland

> Für Portugal

Was bedeutet das für Deutschland und die Sommer-Uhrzeit?

 

Mit Blick auf das Krebsrisiko hat Deutschland bereits in seiner Zeitzone, der mitteleuropäischen Zeit, keine optimale Lage, da es in deren westlichen Hälfte liegt (siehe Abb. 2). Jemand, der im Osten von Deutschland wohnt, hat, verglichen mit jemandem am Ostrand der Zeitzone (zum Beispiel in Warschau), bereits ein erhöhtes Krebsrisiko. Er liegt zweimal 20 Minuten weiter westlich. Ein westdeutscher Mitbürger liegt sogar 3 mal 20 Minuten weiter westlich.

Abbildung 2: Deutschlands Position in der Mitteleuropäischen Zeitzone (Standardzeit).

Richtig dramatisch wird es jedoch, wenn Deutschland die osteuropäische Zeit (Sommer-Uhrzeit) annähme (siehe Abb. 3). Einwohner in Ostdeutschland lägen dann fünfmal 20 Minuten weiter westlich von der optimalen Lage „Ostrand der Zeitzone“ entfernt, Einwohner in Westdeutschland sogar sechsmal 20 Minuten.

Abbildung 3: Deutschlands Position in der Osteuropäischen Zeitzone (Sommer-Uhrzeit).

 

Was bedeutet das für Portugal und die Sommer-Uhrzeit?

Mit Blick auf das Krebsrisiko hat Portugal bereits in seiner bisherigen Zeitzone, der Westeuropäischen Zeit, keine optimale Lage. Der größte Teil des portugiesischen Festlandes liegt bereits westlicher als der Westrand der Zeitzone (siehe Abb. 4). Portugiesen haben daher, verglichen mit jemandem am Ostrand dieser Zeitzone, bereits ein erhöhtes Krebsrisiko. Sie wohnen über dreimal 20 Minuten weiter westlich.

Abbildung 4: Portugals Position in der Westeuropäischen Zeitzone  (Standardzeit).

Richtig dramatisch ist Portugals Lage jedoch in der Mitteleuropäischen Zeit. Dieser Fall tritt während der Sommer-Uhrzeit ein (siehe Abb. 5). Einwohner in Portugal liegt dann sechsmal 20 Minuten weiter westlich von der optimalen Lage „Ostrand der Zeitzone“ entfernt.

Abbildung 5: Portugals Position in der Mitteleuropäischen Zeitzone (Sommer-Uhrzeit).

Die aus gesundheitlicher Sicht beste Lage hätte Portugal in seiner geographisch korrekten Zeitzone, der Azorenzeitzone (siehe Abb. 6). Es läge in dieser genau am Ostrand, das Krebsrisiko ist somit das geringste unter den drei genannten Optionen.

Abbildung 6: Portugals Position in seiner geographisch korrekten Zeitzone, der Azorenzeitzone.

    

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